KLINIK

68-jähriger Patient mit rechtsseitigen Unterbauchschmerzen. Bei bekannter gutartiger, d.h. benigner Prostatahyperplasie (BPH); häufiges erneutes Wasserlassen (Miktion) unmittelbar nach erfolgter Miktion. Der Patient wurde im offenen MRT mit einer für diese Untersuchung geeigneten Beckenspule untersucht.

Resultat der Untersuchung im offenen MRT
Erklärung der Schmerzen und der erneuten Miktion?

Das Blasendivertikel (2) weist keine muskuläre Wand auf, sondern ist eine Ausstülpung der Blasenschleimhaut. Diese führt durch eine Muskellücke in der Blasenwand. Bei der Miktion wird der Urin über die Harnröhre (5) in die Prostata (4) geführt. Um den Urin zu entleeren zieht sich die Wand der Blase (1) zusammen (Kontraktion). Durch Wandkontraktion wird der Druck in der Blase (1) erhöht und der Urin fließt in zwei Richtungen:

  • über die Harnröhre nach außen
  • über den Divertikelhals (3) in das Divertikel

Während sich die Blase bei Kontraktion entleert, wird das Divertikel mit der muskelfreien Wand gefüllt und gedehnt. Die Dehnung des Divertikels erklärt die Schmerzen im rechten Unterbauch. Nach erfolgter Blasenentleerung erschlafft die Muskulatur der Blasenwand. Im Divertikel ist jedoch nun ein deutlich höherer Druck festzustellen. Es entsteht ein Druckgefälle zwischen Divertikel und Blase. Der Urin aus dem Divertikel fließt nun über den Divertikelhals in die Blase, was unmittelbar nach erfolgter Miktion zu einem erneuten Harndrang führt.

MRT-Befunde Bild A (coronarer Schnitt)

MRT-Befunde Bild A (coronarer Schnitt)


MRT-Befunde Bild A (coronarer Schnitt)

Seitlich der Blase (1) stellt sich als sackartige Ausstülpung das Divertikel (2) dar, welches über den Divertikelhals (3) mit der Blase verbunden ist. In der MRT-Aufnahme stellt sich die mit Urin gefüllte Blase hell dar. Die durch die Prostata (4) laufenden Harnröhre (5) ist deutlich zu sehen.

MRT-Befunde Bild B (transversaler Schnitt)

MRT-Befunde Bild B (transversaler Schnitt)

Der Divertikelhals (3) als offene Verbindung zwischen Blase (1) und Divertikel (2) ist deutlich zu sehen. Der Enddarm (6) liegt dorsal der Blase und ist deutlich zu identifizieren.

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